Das Geheimnis der goldenen Brücke

Das Geheimnis der goldenen Brücke

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ISBN-Nr.: 9783939478317

Roman
Autor: Michael Kunz
ISBN: 9783939478317
1.Auflage, 2011
272  Seiten, Klappen-Softcover
Preis: 17,90

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Umschlagtext

Als seine Mutter ihm von dem Geheimnis der goldenen Brücke erzählt, ahnt Peter nichts von dem unheimlichen Schatten, der ihn in diesem Moment beobachtet und fluchend gruselige Worte vor sich hinmurmelt. An seinem 9. Geburtstag schenkt ihm seine Mutter eine alte Schatulle mit einem wertvollen Inhalt, warnt ihn aber, diese nicht einfach achtlos zu öffnen. Was Peter allerdings erst viel später erfährt: Sie schloss an seinem 9. Geburtstag auch einen seltsamen Pakt mit seinem Vater. Ist das alles nur ein Zufall? Und was beabsichtigt dieser geheimnisvolle Schatten, der Peter ständig auf den Fersen ist?
Dieser Roman ist eine phantasievolle Geschichte voller Rätsel und schlagfertiger Dialoge. Und ja: Sie regt auch ein wenig zum Nachdenken an. Sie ist eben eine kleine Reise durch das Leben und betrachtet die Welt einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Leseprobe aus “Das Geheimnis der goldenen Brücke”

Was bisher geschah:
Peter hat vor einiger Zeit eine Mathe-Arbeit geschrieben und bekommt sie nun wieder zurück. Eine drei erhält er, sein Mitschüler Bodo eine zwei, allerdings sehr knapp. Peter ahnt, dass der Lehrer hier nachgeholfen hat. In der Pause pöbelt Bodo den Peter an, schubst und beleidigt ihn. Peter wehrt sich schließlich, doch in dem Moment kommt der Lehrer dazu und veranlasst, dass die Schule eine Mitteilung an Peters Eltern ausstellt. Man wünsche ihr persönliches Erscheinen beim Direktor. Doch das stellt sich bald als Fehler heraus…
 
Am Montag um 14:00 Uhr betraten Anna und Erik das Zimmer zum Rektorat. Es war nicht besonders gut ausgeleuchtet, kalter Zigarettenrauch hatte sich darin ausgebreitet und hinter einem alten Schreibtisch aus Massivholz saß ein stämmiger Herr, der durch das Öffnen der Tür irritiert aufblickte.
„Wie wäre es mit anklopfen?“, brummelte er unhöflich, stand auf, schwang sich um den Schreibtisch herum und eilte vor zur Tür, wo Peters Eltern standen. Der Rektor machte große, hektische Schritte, als beeilte er sich, die Tür zu schließen, um das Eindringen von Frischluft zu unterbinden. Und fürwahr: Dieser Raum lechzte förmlich nach Frischluft.
„Wir haben zweimal geklopft, wahrscheinlich ist das Klopfzeichen erstickt, bevor es Sie erreicht hatte“, schnaubte Erik, das Blut war schon in Wallung.
Der Direktor schloss die Tür, sodass Anna und Erik gezwungen waren, die Türschwelle zu verlassen und einzutreten.
„Sie sind die Eltern von diesem Jungen, richtig?“
„Ich weiß nicht, wen Sie meinen“, entgegnete Anna mit gespielter Ahnungslosigkeit und schwieg.
„Warten Sie“, murmelte der Herr, wühlte in einem Stoß Unterlagen und zog schließlich eine Akte hervor. „Peter, richtig?“
„Da bin ich aber erleichtert“, lächelte Anna höflich.
„Wieso erleichtert?“
„Ich hatte eine höchst wichtige Angelegenheit befürchtet, aber es scheint sich wohl nur um eine Belanglosigkeit zu handeln.“
„Wegen einer Belanglosigkeit hätte ich Sie wohl kaum zu mir bestellt.“
„Der Name meines Sohnes war Ihnen jedenfalls schon entfallen.“
 
Der Direktor ärgerte sich über diese Anmaßung, hielt es aber für klüger, nicht weiter darauf einzugehen.
„Setzen Sie sich bitte. Ich komme gleich zur Sache. Ihr Sohn hat auf dem Schulhof eine Prügelei mit einem anderen Schüler ausgetragen. Sein Verhalten in der Klasse ist seit einigen Wochen auffällig, es gibt immer mit demselben Mitschüler Probleme. Ihr Sohn pöbelt herum, sucht Streit und nun hat sich das Ganze zu einer Prügelei hochgeschaukelt. So, wie es aussieht, geht es immer von Ihrem Sohn aus. Sein Lehrer hat schon mehrmals das Gespräch mit ihm gesucht, aber er kommt nicht an ihn heran. Kurzum: Sie müssen Ihren Jungen mal wachrütteln. Das kann doch so nicht weitergehen!“
„Was hat zu dieser Auseinandersetzung geführt?“ Wieder war Annas Stimme ruhig und sachlich, ihre Gesichtszüge hatten sich allerdings verhärtet.
„Diese Frage stellen Sie am besten Peter.“
„Sie haben hierüber keine Information vorliegen?“
„Der Mathe-Lehrer ist dazwischen gegangen, sonst hätte sich die Situation noch verschärft.“
„Der Mathe-Lehrer hat sich also mit Ihnen nicht ausgetauscht?“
„Natürlich hat er das.“
„Als Lehrer hat Ihr Kollege doch sicherlich das Gespräch mit beiden Schülern gesucht und belehrend, oder besser: erzieherisch auf sie eingewirkt?“
„Ja, klar, das ist schließlich seine Aufgabe.“
„Was hat er ihnen gesagt?“
„Reden Sie zu Hause eigentlich mit Ihrem Sohn?“
„Doch, aber ich möchte gerne Ihre Sichtweise hören.“
„Er hat ihm erklärt, warum sein Verhalten falsch war und welche Konsequenzen sich ergeben werden, wenn er sich mit anderen Schülern prügelt.“
„Was hat er zu Bodo, dem anderen Jungen, gesagt?“
„Müssen Sie den Mathe-Lehrer fragen. Ich habe mich bei ihm nur nach Ihrem Sohn erkundigt.“
„Wie aufmerksam“, warf Erik in das Gespräch ein, seine Worte klangen sehr scharfzüngig.
„Ja, so bin ich eben“, entgegnete der Direktor und versuchte, an dieser Stelle dieses verhörartige Gespräch zu einem Ende zu bringen: „Gut, ich denke, dann wäre eigentlich alles gesagt.“
„Erlauben Sie mir bitte, diese Entscheidung selbst treffen zu dürfen“, lächelte Anna höflich.
„Was noch?“ Der Direktor wurde laut, sichtlich erbost über diese anmaßende Höflichkeit.
 
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Diesen Artikel haben wir am Dienstag, 14. Juni 2011 in unseren Katalog aufgenommen.