Der Heuchler aus dem Morgenland

Der Heuchler aus dem MorgenlandEine wahre Geschichte
ISBN 978-3-939478-08-9
Autor: Anita Wasmundt
Verlag-Kern, 2. überarbeitete Auflage – August 2010
Softcover, 146 Seiten/ Sprache Deutsch

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Umschlagtext

Die wahre Geschichte einer Ehe mit einem Marokkaner, der nur seine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung und finanzielle Vorteile im Sinn hatte.

Schonungslos und offen berichtet die Autorin über ihr Leben mit einem Mann, der sie für seine Zwecke jahrelang missbraucht.

Mit unglaublichem Charme und meisterhaft vorgetragenen Liebesschwüren bringt er die verliebte Frau immer wieder dazu, ihr ganzes Leben auf seine Bedürfnisse abzustimmen. Dass dabei ihr gewohntes Umfeld, ihre Sicherheit und ihre eigene Familie in den Hintergrund treten, bemerkt sie erst, als es zu spät ist. Längst ist sie in eine gefühlsmäßige Abhängigkeit geraten, die sie für Liebe hält. Rücksichtslos trampelt der Orientale auf den Gefühlen seiner Ehefrau herum bis sie eines Tages nicht mehr kann und aus ihrem jahrelangen Albtraum erwacht…

Um die Emotionen, das Denken und Fühlen der Protagonistin nicht zu verfälschen, hält hier das Lektorat bewusst an der Erzählung der Autorin im Originalton fest.


Leseprobe

Auf dem Weg nach Heidelberg war mir sehr unwohl zumute, aber ich habe mich auch nicht getraut ihm Fragen zu stellen und eine ehrliche Antwort hätte ich sowieso nicht bekommen. Dazu wollte ich wirklich nach Marokko, alleine die Fahrt mit dem Auto habe ich mir schon sehr abenteuerlich vorgestellt. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt gewusst hätte was auf mich zukommt, ich glaube ich hätte ihn in der Nacht mit einem Kissen erstickt.

Wir haben eine schöne, aber doch kurze Nacht verbracht. Früh am morgen so gegen fünf Uhr sind wir dann losgefahren. Bis Frankreich ging es sehr schnell und ohne Stau ging es dann nach einer Pause bis Spanien weiter. Das Wetter war traumhaft schön und ich habe im Auto schon die erste Bräune an den Armen bekommen. Zwischendurch haben wir immer mal eine Kaffeepause gemacht und als es dunkel wurde, haben wir uns an einer großen Raststätte einen Platz zum Übernachten gesucht. An dieser Raststätte hat es nur so von Reisenden nach Marokko gewimmelt und es waren einige Leute dabei, die Simo kannte. Wir haben uns ein kuscheliges Plätzchen mit Kissen und Decke im Auto gemacht und nach ein paar Stunden Schlaf ging es weiter Richtung Alcesiras.

Am Mittag kamen wir an und von dort aus ging es mit dem Schiff nach Tanger. Es war eine Erlebnisfahrt und wir verstanden uns sehr gut. Er hat mir wieder seine Liebe zu mir gestanden, aber ich habe das alles mit höchster Vorsicht angenommen. Ich habe ja alle Gesichter mittlerweile von ihm kennen gelernt und es kam jeden Tag ein Neues dazu. Die Fahrt mit dem Schiff war romantisch, wir waren sehr müde, aber schlafen konnte wir auch nicht. Zum Glück war das Meer ruhig, denn ich hatte bedenken, dass ich seekrank werde. Das ist mir mal auf der Ostsee passiert und davor hatte ich Angst. Aber es ging ja alles gut und am Abend waren wir in Tanger und ich dachte ich bin in der Steinzeit angekommen. Eine ganz andere Welt kam auf mich zu, es roch verbrannt und die Luft war heiß, aber trotzdem angenehm. Es dauerte eine Zeit, bis wir mit dem Auto vom Schiff fuhren und dann haben wir erst einmal ein Restaurant gesucht, also mehr eine Grillbude, von denen es am Straßenrand nur so wimmelte. Es roch nach Tagine und Fisch und ich hatte einen Bärenhunger. Nach dem Essen sind wir aus Tanger raus um uns dann einen ruhigen Platz für eine kurze Schlafpause zu suchen. Überall wimmelte es von Touristen und Marokkanern, die ihren Urlaub in Marokko bei ihren Familien verbrachten. Den größten Teil haben wir schon auf der Autobahn gesehen, alle waren mit dem Auto aus Deutschland angereist, vom Mercedes bis BMW, alle Automarken waren vertreten. Bei einigen Marokkanern, die mit richtig fetten Autos, so zum Beispiel SLK oder CLK angereist waren, konnte man erkennen, was die hier holen. Es roch bis zum Himmel nach Drogengeschäfte. Das ist hier in Marokko spottbillig und so mancher Kiffer käme hier voll auf seine Kosten. Damit wurde mein Mann von seinem Cousin irgendwann konfrontiert und das gehört seither zu seinem täglichen Leben.